Tel.:+49-89-360-3588-0 in der Zeit von Mo - Fr von 08.00 - 16.00 Uhr

Cachaca

17 Artikel

pro Seite

17 Artikel

pro Seite

Cachaça

 

Cachaça, auch als "aguardente" bekannt, ist eine hauptsächlich in Brasilien verbreitete Spirituose, die aus Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Bisweilen wird sie deshalb auch als "brasilianischer Rum" bezeichnet, unterscheidet sich von Rum allerdings dadurch, dass letzterer in der Regel auf dem Umweg über die Melasse gewonnen wird - nur wenige Rums werden direkt aus Zuckerrohrsaft gebrannt.

 

Geschichte des Cachaça

 

Cachaça war ursprünglich das Getränk der Sklaven und armen Bauern während der Kolonialzeit: nachdem irgendwann zwischen 1530 und 1550 die Portugiesen das Zuckerrohr in ihre heute als Brasilien bekannten südamerikanischen Kolonien einführten, erhielten die Plantagensklaven aus der Zuckerproduktion übrig gebliebene Reste von Zuckerrohrsaft, die sie fermentierten und als alkoholhaltiges Getränk genossen. Schon bald wurde dieses auch destilliert, und damit war der Cachaça geboren, der sich in der brasilianischen Unterschicht schon bald größter Beliebtheit erfreute. Die Oberschicht bevorzugte lieber europäische Spirituosen, wie vor allem den Brandy und den Cognac.

 

Auch heute noch ist der Cachaça das Lieblingsgetränk der Brasilianer, die pro Jahr die unvorstellbare Menge von mehr als 1,3 Milliarden Liter Cachaça konsumieren - das entspricht beinahe sieben Liter pro Person! Im Gegensatz dazu ist der Export ins Ausland sehr gering: nur etwa 15 Millionen Liter werden exportiert, ein großer Teil davon nach Deutschland, das (freilich mit weitem Abstand) nach Brasilien der größte Cachaça-Konsument ist. Möglich wurde dies durch die wachsende Beliebtheit tropischer Cocktails und Mixgetränke, besonders natürlich des Caipirinha, der heute in keiner Bar mehr fehlen darf.

 

Die Herstellung des Cachaça

 

Produziert wird Cachaça von einigen Großproduzenten und mehr als 40.000 kleineren Herstellern, die sich wegen der massenhaften Verfügbarkeit an Zuckerrohr und der einfachen Herstellungsmethode überall etablieren können. Grundlage ist frisches Zuckerrohr, aus welchem durch Mahlen und Pressen der Zuckerrohrsaft gewonnen wird. Dieses wird etwa 24 Stunden lang fermentiert und dann direkt in einfachen Brennanlagen destilliert, was eine Spirituose mit ungefähr 40% Alkoholgehalt ergibt. Aufwendigere und bessere Qualitäten benützen allerdings auch traditionelle Pot Still-Anlagen mit Kupferbrennblasen.

 

In der Regel wird diese dann direkt abgefüllt, gerade in letzter Zeit kommen allerdings auch immer mehr gelagerte Cachaça-Varianten auf den Markt, die durch die Lagerung in Holzfässern eine hellgelbe bis bräunliche Farbe annehmen und an Körper und Weichheit gewinnen. Verwendet werden nicht nur Eichenfässer, sondern auch solche aus brasilianischen Holzarten, wie Imburana oder Jequitibá, deren spezielle Aromen sich dann natürlich auch dem in ihnen gelagerten Cachaça mitteilen, was sehr interessante geschmackliche Varianten ergibt. Die Fasslagerung dauert bei solchen Varianten wenigstens zwölf Monate, erst nach dieser Lagerdauer darf sich die Spirituose als "aged Cachaça" bezeichnen. Es gibt inzwischen aber auch viel länger gelagerte Ausgaben, die im Ultra-Premium-Bereich für bis zu 15 Jahre in Holzfässern gelagert werden.

 

Während der ungelagerte, weiße Cachaça in erster Linie als Bestandteil verschiedener Cocktails verwendet wird, sollte ein solcher mit mehrjähriger Lagerzeit am besten pur getrunken werden, da er fähig ist, ganz eigene und feine Aromen und Geschmackskomponenten zu entwickeln.

 

Auch wenn Cachaça praktisch überall in Brasilien hergestellt wird, sind die meisten Produzenten doch in Salinas, Paraty, Monte Alegre do Sul und Abaíra konzentriert. Bei uns bekannte Marken sind vor allem Cachaça 51, Berro, Canario, Pitu und Velho Barreiro und Saturno.