Tel.:+49-89-360-3588-0 in der Zeit von Mo - Fr von 08.00 - 16.00 Uhr

Cognac & Co

Artikel 1 bis 20 von 153 gesamt

pro Seite

Seite:
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Artikel 1 bis 20 von 153 gesamt

pro Seite

Seite:
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Cognac, Brandy & Co.

Cognac und Brandy haben viel gemeinsam: beide werden aus der edelsten aller Feldfrüchte, der Weintraube, hergestellt, beide werden in traditionellen Pot Still-Anlagen mit Kupferbrennblase gebrannt, und beide lagern für oftmals viele Jahre in kleinen Eichenfässern ihrer geschmacklichen Perfektion entgegen!

Und doch gibt es wichtige Unterschiede: während Brandy theoretisch überall auf der Welt hergestellt werden kann, wo Wein wächst, muss Cognac aus dem gleichnamigen Gebiet im Westen Frankreichs kommen - es handelt sich dabei um eine gesetzlich geschützte Ursprungsbezeichnung. Und wer nun stutzt: Kognak oder auch Konjak war die früher in Deutschland übliche Bezeichnung für das edle Destillat und ist mittlerweile eine eher veraltete Schreibweise.

Weinbrand hat bereits tausend Jahre Geschichte hinter sich: die ersten Weinbrände wurden im Mittleren Osten zu medizinischen Zwecken hergestellt, nachdem man die segensreiche Wirkung des Alkohols auf den Verdauungsapparat entdeckte. Mit der Ausbreitung des osmanischen Reichs ins westliche Mittelmeer kam die Brennkunst auch nach Spanien, wo dann vor mehr als 200 Jahren auch erstmals Weinbrand zu Genusszwecken hergestellt wurde. Dieses Wissen breitete sich zuerst nach Frankreich, später über die ganze Welt aus.

Grundlage für beide Brände ist stets der Wein, und zwar vorzugsweise von Rebsorten, die trockene Weine ergeben, da diese sich durch ihren hohen Säuregehalt und ihre aromatische Intensität am besten zur Destillation eignen. In aller Regel werden beide zweifach gebrannt, wobei kupferne Brennblasen (die in Frankreich als "alambic" bezeichnet werden) die Erzeugung hochwertiger Destillate mit hohem Reifepotenzial ermöglichen. Einem ersten Rohbrand folgt ein zweiter Feinbrand, der etwa noch vorhandene Fuselstoffe ausscheidet und ein besonders reines Destillat ermöglicht. Das glasklare Destillat muss jetzt für mehrere Jahre in Eichenfässern gelagert werden, damit es die für Weinbrand typische Farbe und ein ausgewogenes Aroma erhält. Der Kunst des Kellermeisters obliegt es, nach Ablauf von oftmals vielen Jahren aus verschiedenen Fässern ein Produkt von stets gleichbleibender Qualität zu vermählen, das dem Markenstandard entspricht und die Kunden auf Dauer zufrieden stellen kann. Zur Flaschenabfüllung wird die fertige Spirituose dann auf eine Trinkstärke von mindestens 36%, meist aber 40%, verdünnt.

Spanien ist heute wie früher das Land mit den besten Brandys: diese werden meist in der Gegend von Jerez hergestellt, wo die kalkhaltigen Böden besonders exquisite Sherry-Grundweine wie Palomino oder Pedro Ximenez hervorbringen. Als Besonderheit gelten die Solera-Brandys, die es nur in Spanien gibt: die bereits erwähnte Vermählung verschiedener Destillate erfolgt im aus der Sherry-Herstellung bekannten Solera-System. Mehrere Lagen Fässer liegen übereinander, und in festen zeitlichen Abständen, die zwischen sechs Monaten und bisweilen mehreren Jahren liegen, wird aus der untersten Fassreihe ein Teil abgezapft und auf Flaschen gezogen. Der nun fehlende Teil (nie mehr als etwa ein Drittel) wird aus der darüber liegenden Fassreihe ergänzt, die wiederum aus der nächst höheren Reihe aufgefüllt wird usw. - in die oberste Reihe kommt das jeweils frische Destillat. - Diese Soleras enthalten damit immer einen kleinen Teil sehr alter Brandys, die teilweise bis zu über 100 Jahre alt sein können. Sie geben diesen Weinbränden ihre besondere Qualität und Exklusivität, während die jüngeren Anteile Kraft und Frische beitragen.

Einige der bekanntesten spanischen Brandy-Erzeuger sind Peinado, Osborne und Cardenal Mendoza, die es in verschiedenen Qualitätsstufen gibt, welche sich meist vor allem in ihrem Alter voneinander unterscheiden. Sie verfügen meist über ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: nirgends kommt man so preisgünstig an uralte Spirituosen, wie beim spanischen Brandy!

In Frankreich ist die Gegend um die Stadt Cognac das Herz der Weinbrand-Produktion, auch dem Produkt ihren Namen gab! Ausschließlich Grundweine aus sechs Anbaugebieten dürfen verwendet werden, wobei die besten beiden Anbaugebiete Grande Champagne und Petite Champagne einen Ring direkt um die den Namen stiftende Stadt bilden. Hervorragende Ausgaben werden sogar nur aus Grundweinen aus diesen beiden Gebieten gebrannt, sie dürfen sich dann stolz "Fine Champagne Cognac" nennen.

Cognac, wie zum Beispiel Remy Martin, wird meist aus der trockenen und gehaltvollen Ugni blanc-Traube destilliert, seine Qualität wird in verschiedenen Altersabstufungen ausgedrückt: die einfachste Stufe, der "V.S." (very special) ist wenigstens zwei Jahre gelagert, der V.S.O.P. (very special old pale) vier Jahre und der X.O. (extra old) hat ein Minimum von sechs Jahren Reifezeit hinter sich - so weit die gesetzlichen Vorschriften! Tatsächlich lassen es sich die vornehmsten Cognac-Häuser nicht nehmen, ihre Produkte wesentlich länger reifen zu lassen. Auch hier hängt die Qualität des fertigen Produkts von der Kunst des Kellermeisters ab, der aus dem Fundus der vielen Eaux-de-vie ("Lebenswasser"), über die jeder Produzent von Rang verfügt, das fertige Produkt kreiert, das dann zum Beispiel als prestigeträchtiger "Remy Martin XO Excellence" auf den Markt kommt.

Die bekanntesten französischen Anbieter sind Hennessy, Courvoisier, Remy Martin, Martell, Otard und Camus, die für ihre breite Angebotspalette und besonders ihre Eaux-de-vie im Super-Premium-Bereich weltweite Berühmtheit erlangt haben.