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Ardbeg


Wer getorften Whisky liebt, der kommt an Ardbeg nicht vorbei: Die Erzeugnisse dieser Destillerie gehören zu den am schwersten getorften Whiskys überhaupt und erfreuen sich bei Kennern und Liebhabern für ihren extravaganten Charakter, ihren schweren, medizinischen Stil und ihre außergewöhnliche Balance von eleganten und urwüchsigen Elementen größter Beliebtheit. Er nennt sich deshalb auch nicht ohne Stolz The Ultimate Islay Malt!


Die Geschichte dieser sagenumwobenen Destillerie beginnt irgendwann im 18. Jahrhundert, als Schwarzbrenner einen einsamen Platz an der Südostküste der zu den Inneren Hebriden zählenden Insel Islay (gesprochen etwa: „Aila“) auserkoren, um dort illegal Whisky zu brennen. Grund für die Wahl des Ortes war nicht nur die Abgelegenheit etliche Kilometer östlich des Städtchens Port Ellen, sondern auch die Möglichkeit, von hier den schwarzgebrannten Whisky per Boot auf das schottische Festland zu bringen. Und nicht zuletzt fand man hier Wasser von hervorragender Qualität: Die beiden in der Nähe befindlichen Lochs Arignambeist und Uigeadail liefern bis heute das Wasser für den vielleicht extremsten Whisky der Welt!


Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts die Schwarzbrenner schließlich aufgeflogen waren, erwarb John McDougall diese Platz und begann 1815 mit dem Bau einer – diesmal legalen – Whisky-Destillerie, die er Ardbeg taufte, nach dem winzigen Ort gleich nebenan, aus dem die McDougall-Familie stammte. Nachdem der letzte Spross der McDougalls 1853 verstorben war.


Bereits 1887 erzeugte Ardbeg über eine Million Liter reinen Alkohols pro Jahr, womit die Destillerie zu den größten Schottlands gehörte. 1911 als Warenzeichen eingetragen, waren die Geschicke der Brennerei während der nächsten Jahrzehnte von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet, was sich auch durch den Verkauf an den damaligen Spirituosen-Riesen Hiram Walker 1977 nicht wirklich änderte. Ganz im Gegenteil: Schon 1981 sank die Produktion auf praktisch Null ab, und 1991 wurde Ardbeg gar ganz geschlossen!


Erst sechs Jahre später, 1997, übernahm die bekannte Glenmorangie-Destillerie die stillgelegte Ardbeg-Brennerei, die denn auch gleich mit alten Abfüllungen, wie zum Beispiel dem Ardbeg 1975, Furore machte. Schon ein Jahr später, 1998, wurde Ardbeg zur Distillery of the Year gekürt. 2000 wurde der berühmte Ardbeg Ten vorgestellt und das Ardbeg Committee gegründet, das Freunde der Brennerei weltweit vereint. 2001 erschien der exklusive Ardbeg Lord of the Isles und 2003 der Ardbeg Uigeadail. Die Übernahme durch den französischen Luxuskonzern LVMH 2004 brachte durch die nun möglichen Investitionen den endgültigen Erfolg, der bis heute anhält und Ardbeg zur wachstumsstärksten Whisky-Brennerei der Hebriden gemacht hat. Heute werden hier wieder gut eine Million Liter reinen Alkohols pro Jahr gebrannt, was etwa drei Millionen Flaschen Whisky ergibt. Generell gilt für alle Ardbeg Abfüllungen, dass sie ohne Kühlfilterung und ohne farbliche Anpassung auskommen, weshalb die meisten Ardbeg Whiskys eine eher helle Färbung besitzen.


Ardbeg Ten


Der bekannteste davon ist der Ardbeg Ten (Ardbeg 10 yo.), der mit 46 % abgefüllt wird und durch seinen hohen Gehalt an torfigen und rauchigen Elementen zwar der Standard-Whisky des Hauses ist, jedoch keineswegs als „Einsteiger-Whisky“ in die Welt der Islay-Whiskys betrachtet werden kann: Wer bislang nur die wenig oder gar nicht getorften Whiskys zum Beispiel aus der Speyside kennt, der sollte eher mit leichteren Islay-Whiskys beginnen, wie sie zum Beispiel von Bowmore und Bruichladdich erzeugt werden. Der Ardbeg Ten ist ein Kraftpaket, dessen rauchige, torfige und salzige Noten von einer feinen Süße und fruchtigen Elementen von Birnen und Zitronen umspielt werden. Etwas Wasser als Zugabe bringt dann die volle Intensität dieses „medizinischen“ Whiskys zur Geltung!


Ardbeg Uigeadail


Eine besonders imponierende Edition ist der Ardbeg Uigeadail, der seinen Namen nach einem der beiden Lochs erhielt, aus welchen das Wasser für die Brennerei stammt. Abgefüllt mit kräftigen 54,2 %, ist der Ardbeg Uigeadail ein äußerst vielschichtiger Single Islay Malt von dunkler Farbe, die er von der Nachreifung in Ex-Sherryfässern bekommt. Hier tritt die Süße und Malzigkeit noch mehr in den Vordergrund, natürlich auch hier unterlegt von massiv torfigen und rauchigen Noten. Am Gaumen entdeckt man Vanille und Karamell, die einen sehr öligen und mundfüllenden Körper definieren – Uigeadail gilt als einer der besten Ardbegs überhaupt!


Ein weiterer Star aus der breiten Ardbeg Palette ist der 2012 vorgestellte Ardbeg Galileo, der ein Finishing in gebrauchten Marsala-Fässern erhielt und mit 49 % Stärke abgefüllt wurde. Bei den World Whiskies Awards 2013 wurde er als „World's Best Single Malt Whisky“ ausgezeichnet, eine Ehre, die Ardbeg Whiskys übrigens schon mehrfach zuteil wurde!


Ardbeg Galileo


Der Galileo zeichnet sich durch eine torfige und medizinische Nase aus, die mit Noten aufwarten kann, welche an eine frisch geteerte Straße nach einem warmen Sommerregen erinnern. Vanille und florale Noten blühender Freesien sowie ein Hauch von Zitrus vervollständigen sein Bouquet. Am Gaumen zunächst weich und seidig, entwickeln sich alsbald massive trockene Noten von malziger Süße, die von einem Hauch von geräuchertem Fisch umweht werden. Eine feine Mandelnote und immer wieder Rauch, Torf und eine salzige Meeresbrise charakterisieren diesen außergewöhnlichen Ardbeg Galileo, von dem die Kritiker sagen: “A malt that has gone where not malt has gone before!“