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Woodford

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Woodford Reserve – Ein ganz besonderer Bourbon

Bourbon ist in den letzten Jahrzehnten immer stetiger auf dem Vormarsch. Das dies einmal anders war, liegt nicht unbedingt nur an sich geschmacklich verändernden Vorlieben sondern auch in der US-amerikanischen Historie begraben. So lohnt sich ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Bourbon, bzw. des amerikanischen Whiskeys, der im Gegensatz zum schottischen Whisky mit "e" geschrieben wird.

 

Bourbon – Und was es mit American Whiskey auf sich hat

1920 – Der Anfang einer einschneidenden Zeit

Amerikanischer Whiskey, so auch Bourbon, entstand mit der Kultivierung der Felder des nordamerikanischen Kontinents durch die europäisch-stämmigen Siedler. Schnell musste man jedoch feststellen, dass Gerste nicht so gut gedieh wie in der irischen und schottischen Heimat und so behalf man sich anderer Getreidesorten, die sich ebenso für die Destillation eigneten. Rye Whiskey machte den Anfang und zählte bis zu den Zeiten der Prohibition als meistgetrunkener Whiskey der USA. Corn mit seinen mindestens 80% Maisanteil, Bourbon und Tennessee Whiskey folgten und legten den Grundstein für eine Whiskey-Tradition, die durchaus prädestiniert schien, mit Single Malts mithalten zu können.

Die amerikanischen Vorlieben

Doch mit dem Inkrafttreten der Prohibition der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1920 schlug man einen vollkommen anderen Weg ein, indem man landesweit den Verkauf, die Herstellung als auch den Transport von Alkohol verbot. Die Folge? Alkohol und vor allem dessen Konsum wurden in die Illegalität getrieben und in "Bathtub’s" und ähnlich improvisierten Vorrichtungen gebrannt. Die Konsequenz dessen war eine meist minderwertige Spirituose, die die alkoholischen Vorlieben der Amerikaner für Jahrzehnte geprägt hatte. Unter anderem war Rye Whiskey in die Vergessenheit geraten während Scotch wie Canadian Whisky bis heute mehr Absatz in den USA schaffen, als Bourbon & Co. mit ihren mittlerweile durchaus hochwertigen Destillaten.

Der Aufstieg des Bourbon

Im Gegensatz zu Rye Whiskey erfuhr Bourbon nach einem Tief in den 70ern ab den 1990er Jahren einen Aufschwung. Bourbon wurde nicht nur Teil eines Sinnbilds des American Way of Life sondern auch ein Whiskey, der durch ein mehr und mehr verbessertes Herstellungsverfahren glänzte.

Man hatte sich einiges von den erfolgreichen Schotten abgesehen, so beispielsweise eine verbesserte Produktion per Small-Batch Verfahren, vergleichsweise längere Reifezeiten und ein Finish in Fässern, die ehemals andere Spirituosen beherbergt hatten. Tiefe, komplexe und edle Aromen waren die Folge, die Bourbon Whiskey damit auch für anspruchsvollere Genießer salonfähig machten. Heute weiß man, dass Bourbon auf dem Vormarsch ist und sich längst nicht mehr verstecken muss, was unter anderem die große Anzahl internationaler Awards beweisen.

 

Zur Herstellung und Historie eines Bourbon

Vergleichsweise spät hatte man in den Vereinigten Staaten gesetzlich festgehalten, was ein Bourbon zu sein hatte. Erst 1964 hatte man beschlossen, dass Bourbon, wenn er auch oft aus Kentucky stammt, nicht unbedingt aus jener Gegend stammen muss. Theoretisch kann Bourbon also in sämtlichen Bundesstaaten der USA hergestellt werden, wenn er auch, wie bei Woodford, meist trotzdem seine Heimat in Kentucky hat.

Des Weiteren ist ein Real Bourbon eine Maische, die sich aus 51-80% Anteilen an Mais sowie jeweils 5-15% Gerstenmalz wie Roggen zusammensetzt. Allgemein gilt dabei: je höher der Maisanteil, desto süßer der Whiskey. Je höher hingegen der Roggenanteil, desto würziger das Endergebnis.

Die Lagerung für Bourbon hat mindestens zwei Jahre zu betreffen, meist befindet sich das Alter jedoch zwischen 4 und 6 Jahren, feinere Destillate reifen bis zu 8 Jahre. Deutlich höhere Reifezeiten sind äußerst selten und eher ungewöhnlich für Bourbon, da dieser im Gegensatz zum schottischen Single Malt aufgrund der klimatischen Bedingungen keine solch lange Lagerung "benötigt". Ein weiteres Kriterium hierbei hat mit den verwendeten Fässern zu tun. Diese sind meist neue, von innen angekohlte Eichenfässer, die lediglich einmal benutzt werden. Kenner wissen, dass diese alsdann nach Europa verschickt werden, da sich ehemalige Bourbon-Fässer aufgrund deren Vanille- wie Karamell-Noten großer Beliebtheit unter anderem in der Scotch Single Malt Produktion erfreuen.

Die Herstellung zeichnet sich meist durch ein Sour-Mash-Verfahren aus, gebrannt wird zweifach. Eine Bemerkung verdient dabei das verwendete Kentucky-Wasser, dessen Kalksteingürtel mit seinem harten Wasser eher eine Ausnahme (wenn auch keinen Einzelfall) darstellt. Denn meist wird bei der Whisky-Herstellung weicheres Quellwasser verwendet.

 

Eine Geschmacksprobe des Woodford Reserve Distiller’s Select

Einer der bekanntesten Bourbon Whiskeys ist das Destillat Woodfords, das stilecht aus Kentucky stammt und als Straight Bourbon (im Gegensatz zu Blended und Light Whiskys) ein unverschnittenes Getreidedestillat ist.

Zahlreiche Auszeichnungen und Goldmedaillen auf internationalen Spirituosenwettbewerben wie auf der San Francisco Word Spirits Competition verweisen bereits darauf, mit was für einem wahren Edeldestillat wir es hier zu tun haben. Klare Präsenz im Glas verspricht einen gelungenen ersten Eindruck, der mit einer Couleur aus honigfarbenem Bernstein glänzt.

Charakterstark präsentiert sich die Distiller’s Select Edition Woodfords in der Nase und überrascht mit getrockneten Früchten, der Frische von Minze und Orange, die mit einem eleganten Hauch Kakao vervollständigt werden. Vanille und eine feine Würze von Tabak warten zuletzt auf. Am Gaumen schließlich zeigt sich Woodford in seiner ganzen Reichhaltigkeit, seiner abgerundeten Milde und einem komplexen Zusammenspiel aus Zitrusfrüchten, Kakao und Zimt. Dezent machen sich zudem Karamell wie Toffee, Schokolade und Gewürze bemerkbar. Seidige Milde und ein beinah cremiger Abgang präsentieren sich am klaren Finish, das lang, warm und angenehm ausfällt.

Wunderbar unkompliziert und doch edel ist Distiller’s Select der Brown-Forman Familie ein klassischer Woodford, der mit bestem Pot-Still-Destillat bereichert wurde. Perfekt für Cocktails, Longdrinks als auch pur. Ebenso wie an gemütlichen Lagerfeuern, heimeligen Abenden im Wohnzimmer als auch rauschenden Partynächten. Ein echtes Allround-Talent also.