Tel.:+49-89-360-3588-0 in der Zeit von Mo - Fr von 08.00 - 16.00 Uhr

Islay

Artikel 1 bis 20 von 107 gesamt

pro Seite

Seite:
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Artikel 1 bis 20 von 107 gesamt

pro Seite

Seite:
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5

Whisky von Islay

 

Geht es um Whisky, darf die berühmteste Whisky-Insel der Welt nicht fehlen. Islay (gesprochen Eila) ist eine Insel der Inneren Hebriden, einer Inselgruppe, die nord-westlich das schottische Kernland umarmt. Islay ist dabei die südlichste und fruchtbarste aller Inseln, die sich vor allem durch ihre Whisky-Produktion hervortut. Auf die geringe Länge von 40 km und die maximale Breite von circa 30 km tummeln sich in heutiger Zeit acht Whisky-Brennereien, die es sämtlich lohnt, dass man sie mit Namen erwähnt. Auf Islay, wie dem Rest Schottlands, gibt es neben den aktiven Destillerien eine Reihe geschlossener und niedergerissener Brennereien, die nur darauf warten, wieder aufgebaut und eröffnet zu werden.

Momentan existieren in ganz Schottland 90 bis 100 Brennereien, wovon die größte Anzahl in der Gegend des Flusses Spey, in den Highlands, liegt. Die dortige Whisky-Region Speyside beherbergt rund die Hälfte aller aktiver Destillerien und ist neben Islay der bekannteste Produktionsort für vorzüglichen Scotch Whisky. Da sowohl Geschmack als auch Standorte bei Scotch Whiskys weit auseinander gehen und bei Blindverkostungen zum Großteil exakt gesagt werden kann, aus welcher Gegend der getestete Whisky stammt, teilt man Scotch Whisky in die fünf Whisky-Regionen Highlands und Lowlands, Speyside, Islands sowie Islay ein. Gerade Whisky ist aufgrund seines vielseitigen, teilweise unübersichtlich wirkenden Angebots irritierend für Einsteiger. Bottleworld möchte Ihnen deshalb einen knappen Überblick über die Geschichte des Whiskys, seine Besonderheiten in der Herstellung sowie über das spannende Sortiment der Insel Islay geben. Wir wünschen viel Freude.

 

Das Sortiment Islays

Islay ist eine kleine Insel westlich des schottischen Kernlandes, die noch vor Jura in der Nordsee liegt. Windumtost, mit riesigen Torfmooren und stets eine Nähe zur Küste, liegen hier die wichtigsten und namhaftesten Destillerien der Welt. Von Lagavulin bis Laphroaig, von Ardbeg bis Caol Ila, von Bowmore bis Bruichladdich sowie Bunnahabhain. Erwähnenswert und namhaft sind hier tatsächlich alle existierenden Brennereien, sodass die kleine Insel es tatsächlich verdient, eine eigene Whisky-Region zu sein.

Suchen Sie sanfte, leichte Whiskys, sollten Sie sich nicht unbedingt für eine Spirituose aus Islay entscheiden. Hier regieren Torf und wuchtige Malt Aromen, die die Nähe zum windumtosten Meer deutlich machen. Maritime, salzige Noten, Torf und Medizin werden häufig im Zusammenhang mit Islay-Whiskys genannt, die unter wahren Liebhabern das Herz der Whisky-Herstellung bilden.

Bunnahabhain

Die Brennerei des Bunnahabhain Whisky ist nur unweit der Caol Ila Brennerei entfernt und ist gleichzeitig die nördlichste Brennerei Islays. Anders als bei anderen Spirituosen wurde die Destillerie nicht nach dem umliegenden Dorf sondern das Dorf nach der dort befindlichen Destillerie Bunnahabhain benannt, um den Arbeitern der Brennerei ein Zuhause in unmittelbarer Nähe zuzusichern. Whisky der Bunnahabhain Destillerie unterscheidet sich geschmacklich sehr vom restlichen Sortiment der Insel. Hier wird in der Regel nur sanft getorfte oder gänzlich ungetorfte Gerste verwendet und auch das verwendete Wasser aus dem Fluss Margadale ist von vergleichsweise geringem Torfgehalt. Geschmacklich zeichnet sich Bunnahbhain durch salzige, maritime Elemente aus, die der Meerluft geschuldet sind. Diese werden von einer malzigen Süße begleitet, die Bunnahabhain zu einem harmonischen, abgerundeten Whisky machen.

Caol Ila

Mit Caol Ila halten Sie einen typischen Islay Whisky in Händen, der zu Beginn mit rauchigen Noten von Torf aufwartet, die nach und nach in eine sanfte Süße übergehen. Caol Ila nimmt namentlich Bezug auf die Seeverbindungslinie zwischen den Inseln Jura und Islay und zeigt ebenso wie die verwendeten Materialien den engen Bezug der Brennerei zur Insel.

Lagavulin, Ardbeg und Laphroaig

Östlich der geschlossenen doch immer noch populären Destillerie Port Ellen liegen in nächster Nähe zueinander die bekannten südlichen Destillerien Ardbeg, Laphroaig und Lagavulin. Sie zeichnen sich sämtlich dadurch aus, dass sie ihre Gerste mit äußerst hohen Torfanteilen malzen und für jede Produktionsphase das bräunliche Torfwasser aus den Torfmooren verwenden. Sie zählen zu den köstlichsten und gleichzeitig am schwersten getorften, medizinischen Whiskys der Welt, die geschmacklich wie wenig andere glänzen.

Port Ellen

Port Ellen zählt zwar nicht zu den acht Destillerien Islays, doch darf sie in einer Aufzählung der Whiskys der Insel nicht fehlen. Warum sie nicht zu den großen Acht zählt, hat dabei einen ganz einfachen Grund: die Destillerie ist bereits seit 1983 stillgelegt, sodass seither keine Produktion mehr stattfindet. Doch dank der langen Fasslagerung, der Whisky unterzogen werden kann, finden sich bis heute Port Ellen Abfüllungen auf dem Markt, die teilweise von unabhängigen Abfüllern wie Douglas Laing stammen. Zum Großteil werden Whiskys von Port Ellen jedoch von Diageo herausgegeben, hier ist vor allem die Special Release Reihe zu nennen, die jedes Jahr limitierter und wertvoller wird.

Bowmore

Bowmore ist ein Islay-Whisky, der am Loch Indaal produziert und in Kellern unterhalb des Meeresspiegels in Eichenfässern aus Amerika und Spanien gelagert wird. Glasklares Wasser des Flusses Laggan und charakterliche Noten, die von der salzigen Meeresluft geprägt sind, schaffen einen unvergleichlichen Whisky, der bereits mit vielen internationalen Preisen geehrt wurde.

Bruichladdich

Bruichladdich besitzt ein für Islay eher untypisch breites Produktangebot, das von getorften (Bruichladdich Octomore) bis zu ungetorften (Bruichladdich Laddie) Whiskys reicht. Die Brennerei liegt im westlichen Teil der Insel, an den Ufern des Loch Indaal und des Rhinn und zeichnet sich durch vielfältige Whiskys aus, die für jeden Geschmack etwas dabei haben.

Big Peat

Big Peat ist unter den Islay Whiskys eine echte Besonderheit. Aromatisch wie geschmacklich überzeugt er mit, für Islay typischen, rauchigen und torfigen Noten, die von einer angenehmen Süße abgelöst werden. Anders als andere Whiskys der Insel halten Sie hier jedoch einen Blended Malt in Händen, der sämtlich aus einer Auswahl feinster Single Malts aus Islay (Ardbeg, Caol Ila, Bowmore und Port Ellen) zusammengesetzt wurde. Dies gelang so erfolgreich, dass bei den World Whisky Awards der Titel als Best Scotch Blended Malt Whisky an die Brennerei ging. Auch optisch begeistert Big Peat mit einem comicähnlichen Etikett, das erfrischend anders ist.

 

Über das Herstellungsverfahren

Anders als beispielsweise amerikanischer Whiskey, wird Whisky aus Schottland ohne E geschrieben. Auch bei der Produktliste lassen sich Unterschiede feststellen. In Schottland werden vor allem Single Malts produziert. Single Malts bestehen, wie der Name sagt, ausschließlich aus gemälzter Gerste, die beim Trocknen ein eigenes Aroma entfaltet, das große Auswirkungen auf den Geschmack nehmen kann. In Schottland, insbesondere auf Islay, ist es üblich, ebenjene Gerste über Torffeuer zu darren (d.h. zu trocknen). Dieser Torfgeschmack ist das berühmteste Kennzeichen der Islay Whiskys. Neben Gerste werden die Rohstoffe Hefe und Wasser benutzt. Insbesondere Wasser nimmt mit seinem Torf- wie Mineraliengehalt und dem Grad seiner Härte großen Einfluss auf den Gusto des Whiskys. Es ist leicht vorstellbar, dass das verwendete Wasser der Islay-Destillerien tendenziell von eher höherem Torfgehalt ist. Nach dem Mälzen der Gerste folgt meist eine zweifache Destillation nach dem Pot-Still-Verfahren (irische Whiskeys werden beispielsweise meist dreimal destilliert) und eine festgeschriebene Reifung von mindestens drei Jahren in Eichenholzfässern. Die Fässer sind meist das bedeutendste Kriterium bei der geschmacklichen Ausbildung des Whiskys. In Schottland sind vor allem ehemalige Sherry- und Portwein-Fässer aus Spanien und Portugal beliebt, die tendenziell für komplexere, dunklere Whiskys verwendet werden.

 

Historische Informationen

Whisky stammt begriffsgeschichtlich aus dem schottisch-gälischen uisge beatha, was soviel wie Wasser des Lebens, aqua vitae, bedeutet und nach und nach zum Wort Whisky anglisiert wurde. Würziger Geschmack und ein nicht unbeträchtlicher Alkoholgehalt machen uisge beatha definitiv zu einem Getränk, das sich von schlichtem Wasser abhebt. Forscher gehen heute davon aus, dass im frühen Mittelalter mit christlichen Missionaren auch das Wissen um die Kunst des Destillierens auf die Insel kam, da die Mönche neben den Lehren der Bibel auch allerlei Wissen wie die Herstellung von Parfums und medizinischen Tinkturen vermittelten. Der Sage nach brannten das erste Mal die Kelten eine whiskyähnliche Flüssigkeit, mit der sie solch einen Erfolg hatten, dass in den folgenden Jahren so gut wie jeder Clan sein eigenes uisge beatha destillierte um in den kalten Wintermonaten vor den beißenden Winden gefeit zu sein. Erste schriftliche Erwähnungen sind auf das Jahr 1494 datiert, als der schottische Benediktiner-Mönch John Cor große Mengen Malz auf Anweisung des Königs erwarb um das beliebte aqua vitae herzustellen.

Als erste britische Siedler in die Neue Welt kamen, wollten sie dort auf ihren Whisky nicht verzichten und begannen mit Brennversuchen. Allerdings gedieh weder Gerste so prächtig wie in der alten Heimat, noch war Torf in ausreichenden Mengen vorhanden. So begann man umzudenken und nutzte statt gemälzter Gerste Roggen, Mais oder anderes Getreide und kohlte die verwendeten Eichenfässer aus, um eine rauchige Note zu erzielen. Auf diese Weise war unter anderem der bekannte Bourbon Whiskey entstanden!

Da Whisky ein Teil des schottischen wie irischen Handels war, der sich großer Beliebtheit erfreute und von daher Profit versprach, erließen die Obrigkeiten im 17. Jahrhundert Steuern um einen Teil des Gewinns einzustreichen. Die angesetzten Steuern waren jedoch so hoch, dass sich niemand an die Vorlagen hielt. In den folgenden Jahrhunderten kam es zu bisweilen heftigen Auseinandersetzungen zwischen Schmugglern und Steuereintreibern, die sich erst mit einer Gesetzgebung aus dem Jahr 1823 änderten. Damals war der Act of Excise beschlossen worden, der das Brennen und den Handel mit Whisky legalisierte und beides einer Steuer unterstellte, die niedrig genug angesetzt war, dass sich die legale Produktion zu lohnen begann.

Zur Zeit der Industrialisierung kam es zu solch grandiosen Errungenschaften wie der Erfindung des Stroms und der Eisenbahn. Auch die Whisky-Herstellung profitierte im 19. Jahrhundert von den technischen Neuerungen. In jene Zeit fallen sowohl die Erfindungen diverser neuer Brennverfahren wie Coffey- und Pot-Still sowie das Blenden von Whiskys. Diese erfreuen sich von 1856 bis heute allergrößter Beliebtheit, was Marken wie Johnnie Walker beweisen.