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Gin Sorten

Man kennt es von Whisky, wenn man diesen je nach seiner Basis als Rye (Roggen), Bourbon (Mais und Co.) oder Malt bezeichnet. Auch gibt es bei den Schaumweinen Unterscheidungen zwischen Prosecco und Sekt, Champagner, Cava und Crémant. Rum? Je nach Art der Herstellung definiert man zwischen Solera und Overproof, Agricole und klassischem Blend. Kein Wunder also, dass mit der steigenden Beliebtheit des Gins auch alte Kategorien wieder herausgekramt werden, neue hinzukommen und insgesamt der Versuch unternommen wird, die große Anzahl an Gins diversen Sortierungen zuzuordnen.

Doch nicht nur das: während man natürlich mit London Dry, Sloe Gin und New Western diverse Geschmacksrichtungen der Spirituose Gin in Kategorien zusammenzufassen versucht, so ist eine solche Sortierung durchaus auch positiv im Hinblick auf die Qualität zu sehen. Doch dazu gleich mehr.

Wieso es nötig war, Gin in Sorten einzuteilen – Eine Geschichte des Gins

Nun, vielleicht war es nicht direkt nötig, Gin im 19. Jahrhundert in London Dry und Old Tom einzuteilen und auch eine Navy Strength und Likör Kategorie einzuführen, doch in der Tat machten kulturelle Entwicklungen Gin durchaus zu einem Tagesthema der Politik und bedingten, dass den Gin-Herstellern ein gewisses Regelwerk vorgesetzt wurde, das bis heute seine Kreise zieht.

Old Tom & London Dry - Oder die Kunst aus der Not eine Tugend zu machen

Im 18. und 19. Jahrhundert hatte der sogenannte „Gin Craze“ Einzug gehalten und Tribut gefordert: billiger, qualitativ schlechter Alkohol mit (teilweise sogar Terpentin und) Wacholder bedingten, dass die Leute in Abhängigkeiten rutschten, Gewaltakte zunahmen und auch die Sterberaten beeinflusst wurden. Höchste Zeit für die Regierung, mit dem sogenannten „Gin Act“ einzugreifen und dafür zu sorgen, dass der Methanolgehalt und einige andere Dinge geregelt wurden. Die Folge? Nicht nur eine Verbesserung der Lage in den unteren Gesellschaftsschichten, sondern auch die Entstehung vom klassisch herben London Dry und seinem Pendant, dem lieblicheren, süßeren Old Tom Gin. Das wiederum bedingte natürlich auch, dass Gin für die oberen Gesellschaftsschichten interessant wurde und Einzug in edleren Home Bars, Gentlemen’s Clubs und mehr hielt. Der damalige Gin Hype blieb ungebrochen und britische Soldaten verzichteten sogar auf hoher See nicht auf ihr Wacholderdestillat, als es zu Zeiten des Imperialismus Richtung Afrika und Asien ging:

Navy Strength & Gin Tonic – Eine Erfindung der Royal Navy

Der Royal Navy stand eine ganze Weile eine tägliche Ration Gin zu und da man diesen des einfacheren Transports wegen oftmals in Fässern unter Deck lagerte, in unmittelbarer Nähe des Schießpulvers, sah man sich gezwungen, eine Lösung zu finden, sollte einmal versehentlich Gin verschüttet werden oder ein Fass/ eine Flasche zu Bruch gehen. Selbstredend, dass man nicht auf das tägliche Pint verzichtete, sondern eine andere simple Lösung ersann: der Gin musste „gunpowder proof“ werden, sodass auch nach einem versehentlichen Verschütten gewährleistet wäre, dass das Schießpulver noch zündete.

Navy Strength Gins, beispielsweise von Plymouth und Hernö, von Sipsmith und Gin Fleur sowie von Hayman’s, Cornelius Ampleforth und Gunroom gibt es bis heute noch, auch wenn wir diese nun eher aufgrund des kräftigen Charakters in Drinks zu schätzen wissen, denn auf Schiffen.

Auch die Ärzte waren zu jener Zeit durchaus gewitzt und servierten die tägliche Portion Chinin als Malariaprophylaxe in einem Tonikum, das sich wiederum geschmacklich ganz hervorragend mit Gin vertrug: der Gin & Tonic war geboren. Und um Skorbut auf den Schiffen vorzubeugen? Kredenzte man einen Gimlet mit Lime Juice und sorgte dafür, dass die tägliche Dosis Vitamin C eingenommen wurde.

New Western – Neuer Gin Hype, neue Gin Sorte

Zu Zeiten der Prohibition und auch danach, als der Vodka immer mehr auf dem Vormarsch war, geriet Gin zwischenzeitlich zwar nicht in Vergessenheit, doch er nahm definitiv keine so wichtige Rolle mehr hinter der Bar ein. Dies wiederum änderte sich in den 2000er Jahren auch deswegen, da man nach dem (geschmacklich etwas eintönigen) Vodka sozusagen neu entdeckte, was einem mit Gin für spannende Kreationen offen standen. Nun, Wacholder sollte enthalten sein aber wieso nicht die Zitrusnote etwas hervortreten lassen? Das dachte sich Tanqueray beispielsweise mit dem No. TEN und ebnete hier neue Wege. Auch The Duke und Monkey sprangen erfolgreich auf den Zug mit auf und glänzten mit exzellentem Marketing und heimischen Botanicals wie Preiselbeeren, Fichten, Hopfen und Malz.

Heute vermag man sich eine Welt ohne New Western Gins gar nicht mehr vorzustellen, denn immerhin gewann man so auch Zweifler für den Gin, die der Wacholderspirituose eine lange Zeit eher skeptisch gegenüberstanden.

Sloe Gin Likör – Vom heimischen Gepansche zum High End Getränk

Die Tradition der Schlehenliköre ist Jahrhunderte alt und wird bis heute noch gerne in den heimischen vier Wänden produziert. Immerhin ist die Herstellung denkbar „einfach“: Alkohol, beispielsweise Gin, mit dem Saft von Schlehen vermengen, Zucker hinzu und fertig ist ein Likör wie er im Buche steht. Klar, dass die feineren Nuancen da früher vielleicht fehlten, doch heute ist dies definitiv nicht mehr der Fall. Denn trotz der charakteristischen Süße, sind Gin Liköre auch bei Bartendern sehr beliebt, da hier idealerweise eben nicht nur die „klebrige“ Süße vorherrscht, sondern auch herbere, würzigere Noten mit einsteigen und bedingen, dass Sloe Gin Fizzes und Co. ganz klar zu den Favoriten an der Bar zählen.

Und nicht nur das: Gin Liköre werden nun nicht mehr nur mit Schlehen kreiert, sondern man ließ auch hier seiner Phantasie freien Lauf. So beispielsweise Ferdinands mit dem Quittenlikör „Quince Gin“ und natürlich Edinburgh mit der Spiced Orange, der Rhubarb- Ginger und der Elderflower Variante.

Reserve Gin – Keine Erfindung von Heute

Es mag viele überraschen, wenn nun immer mehr fassgelagerte Gins wie Raritas, Citadelle und Beefeaters Borrough’s auf den Markt kommen (die nebenbei unbedingt eine Verkostung wert sind: die ausbalancierte Harmonie ist wirklich bemerkenswert). Doch das Rad wird hier nicht unbedingt neu erfunden: denn schon im 18. und 19. Jahrhundert wurde Gin gerne in Fässern gelagert. Allerdings muss man zugeben, dass dies nicht unbedingt geschmackliche Gründe hatte, sondern schlicht und einfach auch praktisch war. Der Transport und auch das Servieren waren so deutlich einfacher.