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Bruichladdich

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Bruichladdich

Eine der spannendsten und vielfältigsten Destillerien der Welt ist die Brennerei Bruichladdich, gesprochen Broochladdie(c), die auf der Insel Islay gelegen ist. Islay ist in der Whisky-Welt bekannt dafür, die weltweit torfigsten und wuchtigsten Whiskys herzustellen. Bruichladdich nimmt dabei eine Sonderstellung ein, da sie bis ins Jahr 1994 lediglich ungetorftes Malz für die Whisky-Herstellung verwendet hatten. Bekanntermaßen zeichnen sich Single Malts aus Schottland (und allen voran die Produkte Islays) jedoch gerade dadurch aus, dass ihre Gerste eine gewisse Zeit über Torf getrocknet wird. Je länger dieser Vorgang dauert, desto torfig-rauchiger ist der letztendliche Geschmack. Es ist äußerst ungewöhnlich, dass Bruichladdich als Islay-Whisky ungetorftes Malz verwendet hatte und dies bis heute tut: seit 2012 sind die Produkte der Destillerie, die tatsächlich den Namen Bruichladdich im Titel tragen, ungetorft und damit von milderem Geschmack.

Neben ungetorftem Whisky gibt es seit einiger Zeit ebenso Bruichladdich-Destillate von experimentellerer Natur: So wurde anstelle des in Schottland üblichen zweifachen Brennvorgangs ein dreifacher (der sog. Trestarig) und sogar ein vierfach gebrannter Whisky (X4) auf den Markt gebracht. Den ein oder anderen mag es auch interessieren, dass von Bruichladdich seit einigen Jahren ein Gin erhältlich ist, dessen Botanicals sämtlich aus Islay stammen und der den Namen The Botanist Gin trägt.

Bruichladdichs Port Charlotte ist eine Produktlinie der Destillerie, die mit einem recht hohen Torfgehalt ausgestattet ist und damit ähnlich herb ist wie ihre Islay-Brüder Lagavulin, Ardbeg und Laphroaig. Und ihr Octomore zählt gar als torfigster Whisky der Welt!

 

Bruichladdich Octomore

Die Octomore Reihe Bruichladdichs nimmt sowohl namentlich wie geschmacklich Bezug auf eine gleichnamige Whisky-Destillerie, die bis Anfang der 1880er auf Islay produziert hatte. Octomore Whiskys von Bruichladdich werden nach bereits fünfjähriger Fassreifung in Flaschen abgefüllt und da er weder farblich versetzt wird noch einer Kältefilterung unterzogen wird, schimmert er in einem passenden Glas von heller Strohfarbe. Deutlich und doch von außergewöhnlicher Komplexität und Ausgewogenheit präsentiert sich seine rauchige Torfnote, die vom Bouquet bis zum Gaumen und dem langen, angenehmen Abgang reicht. Die bisher höchsten Phenolgehalte wurden bisher beim Octomore 5.1 mit 169 ppm und beim Octomore 6.1 mit 167 ppm (und einem nicht zu unterschätzendem Alkoholgehalt von 57% vol. alc.) erreicht, womit die beiden mit Abstand zu den torfigsten Whiskys der Welt zählen. Und stellt man Master Distiller Jim McEwan die Frage, wie dies zustande kommt, so lacht er nur und meint: "It's no science. It's just Wooly with a shovel. It just happened." Doch auch, wenn man vielleicht nicht jede Unze des Torfs abmisst, so ist es doch ersichtlich, wie sich dieser ins Fass begibt, denn getorft wird erstaunliche fünf Tage.

 

Das Bruichladdich Unpeated Sortiment

Zu den ungetorften Single Malts der Bruichladdich Destillerie zählen sowohl die Laddies wie der Bruichladdich Laddie Classic oder der Bruichladdich Laddie 16 Jahre und die Bruichladdich Barleys, hier sind zum Beispiel der Bruichladdich Islay Barley und der Bruichladdich Organic Scottish Barley zu nennen. Bruichladdich liegt es am Herzen, dass Scotch Single Malts auch tatsächlich sämtlich aus schottischer Herstellung stammen, sodass Whiskys dieser Brennerei stets aus schottischer gemälzter Gerste sowie ohne Zusatz von Farbstoffen hergestellt werden- beim Islay Barley bedeutet dies sogar: ausschließlich von Islay. Auch auf die Kältefilterung wird verzichtet und die Abfüllung erfolgt in Islay selbst, womit sie die einzige Destillerie der Insel ist, die dies tut. Und Jim McEwan ist stolz darauf, wenn er sagt, dass Bruichladdich Whisky der einzige Whisky ist, der tatsächlich Islay Luft atmet.

 

Über das Herstellungsverfahren

Wie bereits oben erwähnt, ist bei der Whisky-Herstellung entscheidend, welches Getreide man wählt (bei Single Malts ist es stets gemälzte Gerste) und wie man dieses trocknet (in Islay erfolgt dies über Torffeuern). Auch die Qualität des verwendeten Wassers sowie die Fässer, die zu Fassreifung der Destillate herangezogen werden, sind von größter Wichtigkeit. Bruichladdich ist nicht nur die einzige Destillerie Islays, die bei einer ihrer Produktlinien auf das Darren über Torffeuer verzichtet, sie ist auch die einzige Destillerie der Insel, die vor Ort ihre Produkte abfüllt. Desweiteren ist die gemälzte Gerste Bruichladdichs Gerste aus Islay in Bio-Qualität, die neben hoher Qualität auch Nachhaltigkeit verspricht.

Der vormalig bei Bowmore tätige und in der Whisky-Welt äußerst bekannte Brennmeister Jim McEwan ist zudem seit nunmehr über einer Dekade bei Bruichladdich tätig und verfeinert die Destillate der Brennerei mit der ihm eigenen Finesse wie beispielsweise seinem Bruichladdich Black Art 1990 Edition 04.1 23 Jahre. Und nicht nur das. Er ist ebenso dafür verantwortlich, dass wir mit Produkten der Bruichladdich Destillerie höchste Qualität erhalten, die auf Nachhaltigkeit und Natürlichkeit baut. McEwan macht keine Kompromisse, da er weder Zucker noch Salz oder Farbstoffe in seinen Whisky gibt, denn: "Whisky ist not good, only because he's of dark colour." Und McEwan hält nichts davon, seinen Kunden etwas vorzumachen, da seine Produkte für sich sprechen. Und wie er ganz richtig sagt: "People buy my Whisky. So something must be right." 

 

Die Geschichte Bruichladdichs- umtriebig und unverwüstlich

1881 durch das Brüdertrio John, William und Robert Gourlay in Bruichladdich auf Islay gegründet, zählte die Destillerie, die eigens zum Zweck der Whisky-Brennerei errichtet worden war, zu den modernsten ihrer Art. Einige Teile werden deshalb bis heute für die Produktion genutzt und sind immer noch von hervorragender Qualität.

Von damals bis heute machte die Destillerie viele Umbrüche, Neuerungen, Einschläge und Aufschwünge mit: Weltkriege, Rezessionen und Besitzerwechsel waren nur einige der Schicksalsschläge, die hier zu nennen wären. Von 1929 bis 1937 hatte man die Produktion komplett eingestellt und 1994 folgte eine weitere Stillegung, die erst im Jahr 2000 aufgehoben worden war. Mark Reynier und Kollegen hatten Ende des Jahres 2000 die Brennerei aufgekauft und vollständig renoviert, Brennmeister Jim McEwan engagiert und zu neuer Blüte verholfen. Seitdem ist Bruichladdich ein fester Name im Whisky-Himmel und begeistert mit getorften wie ungetorften Destillaten. Seit 2012 ist Bruichladdich Teil der bekannten Rémy Cointreau Gruppe.