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Reserve Gin

Als klassische fassgelagerte Destillate kennt man vor allem Whisky, Cognac, Sherry und Port sowie teilweise auch Rum. Dass man nun auch Gins in Fässer gibt und diese mit dem Zusatz Reserve verkauft, mag auf den ersten Blick als eine modische Neuinterpretation der Wacholderspirituose erscheinen, doch in Wahrheit besitzen Reserve Gins eine lange Tradition.

Diese Tradition hatte zunächst jedoch vor allem einen praktischen Sinn, denn einen geschmacklichen Mehrwert. Denn während des 19. Jahrhunderts erfreute sich Gin einer solchen Beliebtheit, dass beispielsweise der britischen Royal Navy täglich eine Ration an Wacholderspirituose zugestanden wurde, um die Motivation aufrecht zu erhalten. Auch servierte man Gin zu medizinischen Zwecken, beispielsweise in Kombination mit Tonic Water, damit die Soldaten vor Malaria geschützt waren (das in Tonic Water enthaltene Chinin war als Gegenmittel bekannt) und auch mit Lemon Juice, um diese vor Skorbut zu bewahren. Und wie transportiert man auf einem ständig schwankenden Schiff? Sicherlich weniger in Flaschen, denn in praktischen Fässern.

Auch im englischen Mutterland wurde Gin äußerst geschätzt und man es entstanden die Gin Palaces, die in den späten 20er Jahren des 19. Jahrhunderts die typischen Gin Bars der Zeit waren. Diese prägten die Trinkkultur und das Design der spätviktorianischen Bars ganz maßgeblich mit. Ganz abgesehen davon, dass man Gin hier meist aus Barrels, also Holzfässern ausschenkte. Und was zunächst der Einfachheit halber geschah, erwuchs bald zu der Erkenntnis, dass diese Lagerung zusätzlich auch noch einen bestimmten Eigengeschmack mitbrachte, der sich als gefällig und wohlschmeckend entpuppte.

Natürlich waren damalige Destillate beileibe noch nicht so ausgefeilt, wie die heute so liebevoll destillierten Gins. Während man damals schlicht Holzfässer des praktischen Nutzens wählte, verbringt man heute Unmengen an Zeit damit das adäquate Fass auszuwählen. Heute haben wir es also mit wohl ausgereiften, feinen Destillaten zu tun, die ihren letzten Schliff einem besonders edlen, wertvollen Holzfass verdanken.

Was ist das Besondere an Reserve Gins?

Sie meinen vielleicht, dass mit einer Fasslagerung ein solcher Reserve Gin nicht recht viel anders schmeckt als ein Whiskey oder Cognac? Nicht doch, hier müssen Sie keinesfalls befürchten, dass der Gin seinen ihm eigenen Charakter verliert. Anders als bei beispielsweise Whisky dauert die Lagerung von Gin deutlich weniger lange an, sodass eine delikate Wacholderpräsenz und die Nuancen der Botanicals weniger unterdrückt, denn durch Holzfassaromen bereichert werden. Hinzu treten deshalb meist ein Hauch Vanille und Eichenholz, Karamell, getrocknete Früchte und Nussaromen, um nur einige zu nennen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil: eine Lagerung in Holzfässern vermag zudem eine warme Harmonie und Balance zu entfalten, wie man sie von klassischen, klaren Destillaten nicht kennt.

Wie trinke ich meinen Reserve Gin?

In der Tat sollten Sie bedenken, dass Destillateure, die ihren erstklassigen Gin auch noch in ein edles Holzfass, beispielsweise aus ehemaligen Sherry Beständen, geben, eine Menge Arbeit und Zeit investierten. Das Ergebnis lässt sich von daher in allererster Linie pur genießen. Warme, weiche Aromen und eine unvergessliche Aromenpalette bedingen einen feinen Gin, den Sie ohne Zögern pur verkosten können.

Allerdings wäre ein Gin nicht ein Gin, könnte man ihn nicht auch in delikaten Cocktails und Longdrinks verkosten.

Die beliebtesten Reserve Gins

Eine Reihe namhafter Destillerien schloss sich dem neuen und doch gleichzeitig alten Trend der Reserve Gins an, so beispielsweise Hayman’s, der auf die Gin Palaces Bezug nimmt sowie Professor Cornelius Ampleforth’s, Beefeater Burroghs Reserve und auch Filliers. Die Spanier beteiligten sich unter anderem mit Jodhpur Reserve und auch die US-Amerikaner bringen Schwung hinein dank Liberator, St. George und Corsair.

Dabei bleibt es jedoch nicht bei Eichenfasslagerungen, sondern man versuchte sich auch an anderen Holzfässern, beispielsweise solchen, die zuvor Vermouth beinhaltet hatten (siehe nginious) oder auch die nordische Destillerie Hernö mit ihrem Juniper Cask.

Wärmstens ans Herz legen können wir Ihnen Koskue, den Bruder des finnischen Napue Gins, der als bester Gin der Welt für einen G&T gewählt wurde. Auch Spitzmund Reserve brilliert dank einer Lagerung in ehemaligen Sherry Fässern, die als besonders kostspielig und edel gelten. Windspiel steuert einen weiteren deutsche Reserve Gin bei und auch Citadelle Gin sei hier nicht unerwähnt. Immerhin war die französische Destillerie eine der ersten, die es nach all den Jahren wieder den Gin Palaces nach tat und sich an einer Holzfasslagerung versuchte.

Als besonders gelungen betrachten wir auch Raritas Juniperus Gin, der aus einer Trilogie an bayrischen Gins wie The Duke und Bavarka entstand. Diese wurden für einige Zeit in Holzfässer gegeben und bildeten alsdann eine wirklich spannende Geschmackspalette aus. Unbedingt probieren!