Tel.:+49-89-360-3588-0 in der Zeit von Mo - Fr von 08.00 - 16.00 Uhr

Aquavit

13 Artikel

pro Seite

13 Artikel

pro Seite

Aquavit

Aquavit oder Akvavit ist eine Spirituose von meist klarer oder goldgelber bis karamellbrauner Färbung, die unter Zusatz von Kümmel in skandinavischen Ländern hergestellt wird. Eine dunklere Färbung beruht in der Regel auf einer längeren Fasslagerung, allerdings ist auch eine farbliche Anpassung mit Zuckercouleur erlaubt. Im Gegensatz dazu wird der klare Aquavit vor der Flaschenabfüllung entweder überhaupt nicht gealtert, oder aber man verwendet sehr alte Fässer, die keine Farbe mehr an die Spirituose abgeben. Ein solcher farbloser Aquavit wird Taffel Aquavit genannt. Der Name "Aquavit" leitet sich übrigens vom lateinischen "aqua vitae" = "Lebenswasser" her - ähnlich wie das französische "Eau de vie". In Norwegen ist diese Spirituose als "akevitt" bekannt.

Aquavit blickt auf eine lange Tradition zurück, schon vor etwa 900 Jahren wurde in Dänemark eine alkoholhaltige Kräutermedizin wegen ihrer heilsamen Wirkung auf den Körper als "aqua vitae" bezeichnet. Die erstmalige Erwähnung als Genussmittel findet sich freilich erst im Jahre 1531, und zwar ebenfalls in Dänemark.

Herstellung des Akvavit

Hergestellt wird Aquavit aus hochreinem Alkohol, der meist aus Kartoffeln oder Weizen gebrannt und mit verschiedenen Botanicals aromatisiert wird. Wichtigste Zutat ist der bereits erwähnte Kümmel, davon abgesehen schwört jede Marke auf ihr spezielles, meist geheimes, Rezept. Häufige Bestandteile sind Sternanis, Guinea Pfeffer, Kardamom, Fenchel und Zitronenschalen. Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestalkoholgehalt liegt bei 37,5%, wobei die meisten Marken über einen Alkoholgehalt von 40% oder mehr verfügen. "Aquavit" darf sich diese Spirituose jedoch nur nennen, wenn sie mit einem Gewürz- oder Kräuterdestillat aromatisiert wurde.

Jeder Aquavit will in ansprechender Form genossen werden: grundsätzlich sollte er im Gefrierfach aufbewahrt werden, da er erst eiskalt alle seine geschmacklichen Vorzüge perfekt ausspielen kann. Damit der Aquavit nach dem Einschenken nicht durch die Wärme der Hand zu schnell warm wird, hat man in Skandinavien bereits vor langer Zeit eigene Aquavit-Gläser entwickelt, die aus einem kleinen Kelch auf einem langen Stiel bestehen. Nach dem Einschenken bildet sich auf diesem dünnwandigen Kelch eine Reifschicht, die dem Kenner bereits das Wasser um Munde zusammenlaufen läßt. Er sollte dann aber auch schnell getrunken werden!

Die Länder der Akvavitproduktion

Die wichtigsten Aquavit-Produzenten sind auch heute Dänemark und Norwegen: aus Dänemark, das die längste Aquavit-Tradition aufweisen kann, stammt vor allem der berühmte Aalborg Akvavit, der aus der renommierten Destillerie De Danske Spritfabrikker's im Seehafen Aalborg in Nordjütland kommt. Norwegischen Ursprungs ist dagegen der vielleicht bekannteste Aquavit überhaupt: der Linie-Aquavit wird in Oslo hergestellt und in einem einzigartigen Verfahren gealtert. Er wird in Eichenfässer abgefüllt und an Deck eines Schiffes der Wilhelmsen Lines auf eine viermonatige Reise um die Welt geschickt, in deren Verlauf er zweimal den Äquator überquert. Die ständige rollende Bewegung und die klimatischen Einflüsse verleihen dem Linie Aquavit seinen besonderen Charakter.

Auch in Schweden wird eine ganze Reihe von Aquavit hergestellt, international bekannt ist davon vor allem der Malmö Aquavit, der allerdings erst vor wenigen Jahren kreiert wurde. Von Skandinavien ist die Aquavit-Herstellung auch nach Deutschland gekommen, wo seit 1924 der Malteser Aquavit nach original dänischem Rezept hergestellt wird.

Und die Aquavit-Herstellung ist nicht nur auf verhältnismäßig "kalte" Länder beschränkt, wie der Prima Uve Biancha Aquavite beweist, der aus dem sonnigen Venetien stammt!